St. Bartholomäus



Die St. Bartholomäus-Kirche in Wesselburen ist benannt nach einem der zwölf Jünger Jesu. An der Stelle, an der sich die jetzige Kirche erhebt, wurde schon vor 1200 eine Kirche errichtet. Sie hatte die Länge der jetzigen Kirche und die Breite des heutigen Altarraumes. Ihre Mauern waren aus Feldsteinen errichtet. Geht man von außen um den Chor herum, sieht man sie noch. Aus dieser ältesten Zeit unserer Kirche stammt die Sandsteintaufe, in deren Mittelpunkt die Darstellung der vier vom Paradies ausgehenden Hauptflüsse steht.

Nach etwa 2 Jahrhunderten geschah ein Umbau: Nach Norden und Süden wurde je ein Seitenschiff angebaut, und es entstand eine dreischiffige Kirche. Die Sakristei und die östlichen Endwände der beiden Seitenschiffe dieses gotischen Baus sind in der Urform erhalten geblieben. Alles andere fiel dem großen Brand von 1736 zum Opfer. Gerade zwei spätgotische Figuren, Maria und Johannes, von einem Brüggemann nahestehenden Meister, konnten durch Zufall gerettet werden. Sie stehen heute seitlich unter der Kanzel.


Nach dem großen Brand, wobei auch große Teile Wesselburens in Schutt und Asche fielen, erhielt der Heider Baumeister Johann Georg Schott den Auftrag, die abgebrannte Kirche wieder aufzubauen. Von der alten Kirche konnten die nur zur Hälfte vernichteten Umfassungsmauern wieder benutzt werden. Die Dreischiffigkeit wurde aufgegeben, und es entstand ein fast quadratisches Kirchenschiff mit schmalem Chor und Apsis, einem hölzernen Muldengewölbe und drei Emporen. Der im Westen stehende Turmstumpf wurde ein Stück abgetragen und mit dem Kirchenschiff unter eine einheitliche Dachkonstruktion gebracht. In den Turmstumpf hängte man die Glocken.

Im Jahre 1738 konnte die neue Kirche - im Beisein des Herzogs Carl Friedrich, der die heutige Form der Kirche, eigenwillige Dachkonstruktion mit dem weithin sichtbaren zwiebelförmigen Dachreiter, bestimmt hatte - eingeweiht werden. Die Ausstattung der Kirche ist einheitlich im spätbarocken Stil gehalten. Die Kanzel stammt von dem Wesselburener Tischler und Bildhauer Albert Heinrich Burmeister. Sie wird getragen von Figuren des Moses und Johannes des Täufers. Der Altar wurde in Lübeck gefertigt: Als eine Nachbildung des damaligen Altars in der Marienkirche. Der Wiederaufbau der St. Bartholomäus-Kirche nur zwei Jahre nach der Feuersbrunst ist der Grund für den Spruch im Gewölbe, Original: "Mich hatte Gottes Wuth durch Feuers Brunst verbranndt (1736). Jetzt wird ich wieder aufgebaut, doch wie? Von Gottes Hand (1738). Du hältest Deine Hand über mir."


Bemerkenswert sind der "Rote Stuhl" unter der Orgel und der "Blaue Stuhl" links neben dem Chor. Die Plätze hierin wurden an reiche Bürger verkauft, um den Bau der Kirche zu finanzieren.

Der Kirchenvorstand hat sich entschlossen, die vorhandene Tolle-Orgel von 1968 durch eine Rekonstruktion des ursprünglichen Instruments des Arp-Schnittger-Schülers Klapmeyer zu ersetzen. Denn dieses Instrument stellt einen wichtigen Baustein im Gesamtkunstwerk St. Bartholomäus dar. Daher wurde 1995 der Orgelbauverein St. Bartholomäus gegründet. Durch die Beiträge der Mitglieder, Spendensammlungen bei Veranstaltungen aller Art, Benefizkonzerten unseres Organisten Gunnar Sundebo u. a. m. wurde die Finanzierung dieser umfangreichen Aufgabe mit 400.000 von 560.000 EUR unterstützt. Nach jahrelangen Arbeiten wurde die Orgel inzwischen eingeweiht.

Auf der Internetseite der Kirche können Sie eine umfassende Beschreibung des Bauwerkes auch als Video anschauen >> www.kirche-in-dithmarschen.de/kirchenschaetze/wesselburen


(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken